Mittwoch, 7. Januar 2015

|Rezension| A little too far 1 von Lisa Desrochers



Preis: 9,95 € (D)
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 400
Reihe: 1/3
Erscheinungstermin: Dezember 2014 
Verlag: dtv Verlag
ISBN: 978-3-423-71607-9
Will ich kaufen!


Klappentext

Wie konnte das passieren? Wie konnten sie so weit gehen? Ihr Stiefbruder Trent war doch immer Lexis bester Freund und engster Vertrauter. Fluchtartig verlässt Lexi ihre Familie und bricht zu einem Auslandsjahr in Rom auf. Aber auch Tausende von Kilometern entfernt und trotz des attraktiven Alessandro schafft sie es nicht, den Mann, den sie nicht haben kann, zu vergessen . . .

(Quelle: dtv Verlag)


Meine Meinung

Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut, denn ein New Adult Buch, welches eine „verbotene“ Liebe zwischen Stiefgeschwister behandelt, hatte ich bis dato noch nicht gelesen gehabt. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt, da mir die Geschichte zu wenig auf das Stiefgeschwisterpaar fokussiert gewesen ist und das Ende mich ein wenig hat sprachlos werden lassen.

Der Schreibstil von Lisa Desrochers ist sehr jugendlich und umgangssprachlich gehalten und für meinen Geschmack war der Sprachgebrauch bestimmter Personen schon zu vulgär. Ich sag nur Abby, aber später dazu mehr. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der Protagonistin Lexie mit der ich leider nicht wirklich warm geworden bin. 


Die 20-Jährige Lexie steht kurz vor ihrem Auslandssemester und sucht Trost bei ihrem gutaussehenden Stiefbruder, der auch zugleich ihr bester Freund ist. Trent und Lexie haben ein sehr inniges Verhältnis und vertrauen sich alles an. Bis zu dem Tag, der alles ändert, denn sie überschreiten eine Grenze. Beide verdrängen den „Vorfall“, sodass der Aufenthalt in Rom für Lexie wie gerufen kommt, um Abstand zu gewinnen. Doch kann Lexie ihre Gefühle für Trent in Rom vergessen?


Als Lexie in Rom ankommt, geht sie als erstes ihre begangene Sünde beichten und lernt im Zuge ihrer Buße den attraktiven angehenden Reverend Alessandro Moretti kennen, denn sie soll ihm bei der Führung von Kindern durch das Museum unterstützen. Als Kunststudentin ist Lexie natürlich direkt mit voller Leidenschaft dabei und lässt sich vom Zauber von Michelangelo und der italienische Renaissance anstecken. 


Und genau ab diesem Zeitpunkt, sprich mit der Ankunft in Rom, verliert mich Desrochers als Leserin, da ich mit Kunst leider gar nichts am Hut habe und mich diese detaillierten Beschreibungen der verschiedenen Kunstwerke einfach nur gelangweilt haben. Ich gebe es zu ich bin ein absoluter Kunstbanause! Zudem hatte ich auch das Problem, dass ich zu Lexie absolut keinen Bezug herstellen konnte, was allerdings nicht nur an den unterschiedlichen Interessen lag, sondern auch an ihrer Sprunghaftigkeit was Männer anbelangt, denn ihre Gedankengänge waren teilweise echt nicht jugendfrei und insbesondere nicht nachvollziehbar. Die Krönung der Schamlosigkeit geht jedoch an Lexies neue Freundin Abby. Abby toppt wirklich alles und zum Teil empfand ich es schon als Gossensprache, was so aus ihrem Mund kam. Während man das Wort „Durchnudeln“ zunächst belächelt hat, konnte ich es irgendwann einfach nicht mehr lesen. Wieso redet man an dieser Stelle nicht einfach mal Tacheles und nutzt das Wörtchen Sex, denn bei der Verwendung von Bitch und Wich*** wurde doch auch nichts verniedlicht.


Im Gegensatz zu den weiblichen Charakteren haben mir die beiden Männer Trent und Alessandro jedoch sehr gut gefallen, da sie sich insbesondere ihrem Alter entsprechend auch auszudrücken wussten und sehr fürsorglich beschrieben wurden. Trent ist nicht nur charmant, sondern auch musikalisch sehr begabt und komponiert selber Songs. Als angehenden Reverend fand ich Alessandros Beweggründe unheimlich interessant und machten mir ihn unheimlich sympathisch.


Obwohl mir die Grundidee des Buches sehr gefallen hat, konnte mich die Umsetzung nicht restlos überzeugen, da der Fokus im Grunde auf Lexies Selbstfindungstrip in Rom liegt, sodass das Zusammenspiel von Trent und Lexie deutlich zu kurz kommt und zu oberflächlich behandelt wurde.
Zudem empfand ich das Ende als zu abrupt und war für mich auch nicht ganz nachvollziehbar.
Zitate

Man soll ein Buch nie nach seinem Einband beurteilen“ 
(Reverend Alessandro Moretti, S. 84)
 "Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan." 
(Reverend Alessandro Moretti, S. 130)

„Ich teste bloß die lokale Küche“ 
(Abby, S. 145)

„Du musst die Dinge in die Hand nehmen, Lexie. Sonst bereust du es dein Leben lang“ 
(Trent, S. 320)
Fazit 

Grundidee: 5 / 5
Umsetzung: 2,5 / 5
Schreibstil: 3 / 5 
Lesetempo: 3,5 / 5
 Charaktere: 3,5 / 5
Überraschungsmoment: 3 / 5
Ende: 3 / 5
   
Wer sich als New Adult Leserin auch für Kunst und Italien interessiert, wird an A little too far Freude haben. Wer jedoch nur zu dem Buch greift, um über das Tabuthema Geschwisterliebe etwas zu lesen, wird wohl eher enttäuscht werden, da dies hier wirklich nur sehr oberflächlich behandelt wird. Dennoch ist A little too far für Zwischendurch mal eine nette Alternative.
Bewertung


Die Reihe

1. A little too far 
2. A little to much (erscheint im Mai 2015)
 
Die Autorin 

Lisa Desrochers lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Kalifornien. Nach einer Fantasy-Trilogie ist ›A little too far‹ ihr erster realistischer Roman für junge Erwachsene, mit dem sie es auf die Bestsellerliste von ›USA Today‹ schaffte.

Vielen Dank an den dtv Verlag für die Bereitstellung 
dieses Rezensionsexemplares!
http://www.dtv.de/

Kommentare:

  1. Hallo Liebes ♥
    Vielen Dank für deine sehr ehrliche und aussagekräftige Rezi: Du hast mich dazu gebracht, dieses Buch von meiner WuLi zu streichen, denn mit Kunst kann ich auch nicht wirklich viel anfangen. Dazu kommt, dass das eigentliche Thema eher in den Hintergrund gerät, was ich, sorry, einfach nicht leiden kann. Dann werde ich mich lieber auf andere Bücher konzentrieren, die mir garantiert eher zusagen.
    :*

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu meine Liebe,
      wenn du mit Kunst ebenfalls nicht viel anfangen kannst, dann wirst du damit sicherlich auch eher weniger Freude haben!
      Hatte auch gedacht, dass das Thema mehr im Vordergrund steht! Werde aber wohl trotzdem noch den Folgeband lesen, da der Folgeband von dem Reverend handelt!
      Drück dich
      <333

      Löschen
  2. Hallöchen Steffi,
    ja auch Evi von Books in my world hat dieses Buch rezensiert und fand es sogar noch einen Punkt schlechter als du. Das Genre ist eigentlich sowieso nicht so meins, aber davon mal abgesehen hätte ich dieses Buch nach euren Rezensionen definitiv gemieden. :D

    Liebst, Lotta

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Lotta,
      mal ganz blöd gefragt, aber wie hast du beim Kommentieren den Link zu Evi gesetzt?!?
      In dem Genre lese ich ja mittlerweile sehr viel und leider hatte ich mir hier mehr versprochen!
      Aber was solls...
      Liebste Grüße
      <333

      Löschen
  3. Huhu Steffi,

    wie Lotta schon sagt, fand ich das Buch wirklich ziemlich schlecht. Das Ende GEHT GAR NICHT und die Geschichte ist wirklich mehr als vorhersehbar. Wirst du den 2. Band noch lesen? Ich sicher nicht... Diesen Kunst-Aspekt fand ich wiederum ganz interessant, weil er mich vonn diesem schrecklichen Schreibstil a la "durchnudeln" abgelenkt hat :-)

    Liebe Grüße
    Evi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Evi,
      da bin ich ganz bei dir! Das Ende passte wirklich nicht zu dem Rest der Story!
      Ich denke aber, dass ich den 2. Band noch lesen werde, da mir der Reverend wirklich am sympathischten gewesen ist und ich hoffe, dass das Vokabular da auch dementsprechend dann passen wird! Durchnudeln ging wirklich gar nicht! Abby ging gar nicht ;)
      Liebste Grüße
      Steffi

      Löschen
  4. Schade das dir das Buch nicht so gefallen hat - ich fand es eigentlich nicht schlecht!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. 3 Sterne sind bei mir auch noch nicht schlecht, aber ich war halt nicht ganz zufrieden!
      Zum Glück sind Geschmäcker unterschiedlich und für Kunstinteressierte ist es wohl das perfekte Buch!

      Löschen