Donnerstag, 12. Februar 2015

|Rezension| Kellerkind von Nicole Neubauer



Preis: 9,99 € (D)
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 416
Reihe: 1. Band
Erscheinungstermin: 19. Januar 2015
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3-442-38337-5
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Klappentext

Er sagt, er kann sich an nichts erinnern. Doch an seinen Händen klebt Blut ...
Die erfolgreiche Anwältin Rose Benninghoff liegt mit durchschnittener Kehle in ihrer Designerwohnung. Im Keller des Hauses kauert der vierzehnjährige Oliver Baptiste, sein Körper mit Blutergüssen übersät, seine Hände blutverschmiert. Er kann sich an nichts erinnern. In einem klirrend kalten Jahrhundertwinter nimmt der Münchner Hauptkommissar Waechter mit seinem Team die Jagd nach dem Mörder auf. Doch bald verschwimmen die Grenzen zwischen Tätern und Opfern immer mehr, und die Ermittler stoßen auf ein altes Verbrechen, das nie gesühnt wurde, und das seine Schatten bis in die Gegenwart wirft ...

(Quelle: blanvalet)


Meine Meinung

Zu Beginn werden wir nicht nur direkt mit dem Mord an der Rechtsanwältin Rose konfrontiert, sondern entdecken in ihrem Keller den völlig apathischen 14-jährigen Jungen Oliver Baptiste. Oliver ist den Ermittlern alles andere als eine Hilfe, sodass den Ermittlern unklar ist, ob sie es hiermit mit einem Opfer oder Täter zu tun haben. Doch auch sein Vater, ein einflussreicher Geschäftsmann, benimmt sich alles andere als unschuldig. Olivers Verhältnis zu seinem Vater ist sehr grenzwertig, denn sein Vater scheint keinerlei Gefühle für seinen Sohn zu haben, stattdessen verwaltet er ihn nahezu wie ein Objekt. Es sind allerdings nicht nur die beiden vermeintlichen Täter, die es den Ermittlern nicht einfach machen, sondern auch der Polizeichef, der die Ermittler bittet Olivers Vater nahezu mit Samthandschuhen anzufassen, denn man hat es hier schließlich mit einer „höherrangigen“ Persönlichkeit zu tun. Es lebe die 2. Klassengesellschaft!

Bei Kellerkind haben wir es zur Abwechslung mal mit einem Ermittlertrio bestehend aus Waechter, Hannes und Elli zu tun. Die Zeichnung der Figuren haben mir bis auf ein paar Ausnahmen alle sehr gut gefallen, denn sie wirken authentisch und haben mich insbesondere im Zusammenspiel durch ihre doch sehr witzigen Dialoge überzeugen können. Zudem können die drei alle nicht unterschiedlicher sein. Mit Waechter haben wir es zwar wieder mit einer speziellen Persönlichkeit zu tun, allerdings finde ich die Zeichnung eines Messies an dieser Stelle doch mal was ganz anderes. Hannes hat mir zu Beginn auch sehr gefallen, wobei dies leider ab etwa der Hälfte des Buches abnimmt, da ab diesem Zeitpunkt sein Privatleben für mich zu sehr in den Vordergrund rückt, wodurch die Spannung sehr gelitten hat und ich fand es teilweise auch zu sehr in die Länge gezogen. Zudem hätte mich Waechters Privatleben hier deutlich mehr interessiert. Da es sich bei Kellerkind jedoch um einen Reihenauftakt handelt, freue ich mich in den Folgebänden mehr über Waechter zu erfahren. Elli ist die gute Seele des Trios und ist immer wieder für eine Überraschung gut.


Obwohl ich doch eher die Thrillerleserin bin, hat mir Kellerkind bis etwas über die Hälfte des Buches dennoch ausgesprochen gut gefallen, denn die Ermittlungen nahmen bis dahin, wenn auch sehr gemächlich an Fahrt auf und man versuchte die einzelnen Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen. Ab der Hälfte des Buches wiederholten sich bei den Ermittlungen jedoch viele Dinge bzw. die Ermittlungen kamen nicht auf den Punkt, wodurch der Spannungsbogen sehr abflachte. Auch die Gedankengänge von Oliver Baptiste wiederholten sich, sodass das Buch unnötig in die Länge gezogen worden ist.


Das Ende hat mich dennoch sehr überrascht und zeigt, dass nicht immer alles so ist, wie es scheint. Mehr kann ich hier an dieser Stelle leider nicht sagen, denn das müsstet ihr schon selber herausfinden.


Das Krimidebüt der Autorin Nicole Neubauer liest sich sehr flüssig und ich musste durch den eingebrachten bayrischen Akzent doch sehr häufig schmunzeln. Die Kapitel sind recht kurz gehalten, allerdings wechseln im Rahmen der Kapitel die Perspektiven, was zu Beginn doch etwas gewöhnungsbedürftig ist, aber meinen Lesefluss absolut nicht gestört hat.


Zitate

"Ich weiß nichts über Oliver. Fragen sie ihn selbst, was mit ihm los ist. sofern er mit Ihnen spricht. Seit Jahren lebe ich mit einem Wildfremden unter einem Dach." 
(Laurent Baptiste, S. 157)
Fazit 

Grundidee: 4,0 / 5
Umsetzung: 3,0 / 5
Schreibstil: 4,5 / 5 
Lesetempo: 4,5 / 5
 Charaktere: 4,5 / 5
Überraschungsmoment: 4 / 5
Ende: 3,5 / 5
   
Ruhiger, aber dennoch gelungener Reihenauftakt, der leider zum Ende hin etwas schwächelte.
Bewertung


Die Reihe

1. Kellerkind
2. Moorfeuer
 
Die Autorin 

Nicole Neubauer ist 1972 in Ingolstadt geboren und studierte englische Literaturwissenschaft und Jura in München und London. Nach zehn Jahren in einer Wirtschaftskanzlei arbeitet sie freiberuflich als Autorin, Rechtsanwältin und Lektorin. Sie ist Mitglied der »Mörderischen Schwestern e.V.« und der »Autorinnenvereinigung e.V.«.
Nach »Kellerkind« ist »Moorfeuer« der zweite Roman um Hauptkommissar Waechter und sein Team.
Nicole Neubauer lebt mit ihrer Familie in München im Herzen Schwabings.


Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung 
dieses Rezensionsexemplares!

http://www.randomhouse.de/blanvalet/

Kommentare:

  1. Hallo Steffi,

    war ja auf deine Meinung zu diesem Buch gespannt und irgendwie hast du meine Vermutung hinsichtlich der Geschichte bestätigt, das dies wahrscheinlich kein Buch für mich ist, obwohl mir der Klappentext gefallen hat. Schade eigentlich, vielleicht taucht es bei Skoobe auf und überlege mir, ob ich es dann auf die Merkliste setze.
    Liebe Grüße,
    Uwe

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  2. Ha, und da kam sie auch bei dir, die Wende :P
    Wieder ein Buch, wo sich unsere Meinungen sehr gegenseitig untermauern :D

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  3. Klingt nach einem spannenden Buch, aber ich liebe die Enden von Thriller und deshalb ist es wohl eher nicht das Richtige für mich :)
    Alles Liebe,
    Jasi ♥

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  4. Hallöchen liebste Steffi,
    hach ich weiß nicht. Ich glaube ich kann nur noch Thriller lesen, die andere mit Bestnote bewerten. Momentan komme ich so schlecht an Thriller ran, weil irgendwie alles gleich klingt für mich. Das nervt. Ich lese gerade "Die Falle" von Melanie Raabe und das ist wirklich wirklich gut bisher. :D Mehr darf ich leider gar nicht sagen. Ich überlege mir das nochmal ob ich Kellerkind lesen werde. x:

    Liebst, Lotta

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