Mittwoch, 18. März 2015

|Rezension| Das Lächeln des Bösen von Petra Busch



Preis: 9,99 € (D)
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 448
Reihe: Einzelband
Erscheinungstermin: 2. März 2015
Verlag: Knaur TB
ISBN: 978-3-426-51548-8
Will ich kaufen!


Klappentext

Nina Bach, 28, chaotischer Freigeist und von ihrer Familie verstoßen, ist schockiert: Ihre ältere Schwester Frauke, eine erfolgreiche Chirurgin, hat sich das Leben genommen – und sich vor dem Suizid offenbar selbst die Haut des Unterarms abgezogen. Nina hat Frauke gehasst. Doch Selbstmord hält sie für ausgeschlossen und beginnt nachzuforschen. Der zuständige Rechtsmediziner Emil Koswig will ihr nicht helfen. Bis Nina entdeckt, dass auch Koswigs Ehefrau sich selbst getötet und davor ein Auge herausgerissen hat. Gemeinsam suchen sie nach dem Hintergrund für die entsetzlichen Taten, und Nina verliebt sich dabei in den charmanten Arzt. Als die dritte Selbstmörderin auf seinem Obduktionstisch liegt, begreift Nina, dass sie Nummer vier sein soll. Doch nicht einmal Koswig glaubt ihr …

(Quelle: Knaur)


Meine Meinung

Mit dem Einstieg hatte ich ehrlich gesagt so meine Probleme, was insbesondere an der 28-jährigen Protagonistin Nina Bach lag. Nina übt einen sehr speziellen Beruf aus und genau darin erleben wir sie in den ersten Seiten. Sie stillt die Bedürfnisse kranker Menschen nicht nur nach Liebe, Sex und Zärtlichkeit, sondern sie schenkt ihren Kunden auch ihr Gehör. Sie tut Dinge für die sich andere zu schade sind. Leider war mir Nina stellenweise einfach viel zu ordinär und ich konnte mit ihr als Person nicht viel anfangen und ich entwickelte sogar eine gewisse Abneigung Obgleich wir im Laufe der Story auch eine ganz andere Nina kennenlernen, denn obwohl sie schon seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie hat, lässt sie es nicht darauf beruhen den Selbstmord ihrer Schwester aufgrund bestimmter Ungereimtheiten als einen solchen zu akzeptieren und beginnt an zu recherchieren. 

Bei ihren Ermittlungen stößt sie natürlich als erstes auf den Rechtsmediziner Dr. Emil Koswig, da dieser die Leiche ihrer Schwester obduziert hat. Auch Emil war mir leider nicht wirklich sympathisch. Er wirkte auf mich wie ein zerstreuter Professor und Eigenbrötler und sein Verhalten war teilweise sehr aufgesetzt und überheblich, sodass ich eine richtige Beziehung zu ihm leider auch nicht aufbauen konnte. Wie es bei Thrillern scheinbar aktuell total im Trend zu liegen scheint, verzichtet Petra Busch hier leider auch nicht darauf eine Liebesbeziehung einzubauen. Nina und Emil kommen sich näher, was mir persönlich eher weniger gefallen hat, da dies unglaublich vorhersehbar gewesen ist. Zudem hat mir das Verhältnis der beiden auch zu viel Raum in dem Buch eingenommen, wodurch die Geschichte künstlich in die Länge gezogen worden ist. 


Aber auch ein ehemaliger Freund von Frauke begleitet Nina bei ihren Ermittlungen und gemeinsam können sie nach einiger Zeit erste Zusammenhänge erkennen. Je mehr Nina jedoch beginnt in der Vergangenheit zu bohren, desto gefährlicher wird es für sie. Zudem lernt Nina ihre Schwester Frauke auf eine ganz andere Weise kennen, wie sie sie noch in Erinnerung hat.


Das Lächeln des Bösen zeichnet sich nicht durch einen übermäßigen Spannungsbogen aus, sondern es ist bei mir eher die Neugierde gewesen, die dazu geführt haben, dass ich das Buch nahezu in einem Rutsch gelesen habe. Die Kapitel sind auch alle recht kurz gehalten und durch den Perspektivenwechsel auch immer sehr abwechslungsreich. Die Wendungen, die das Buch eingenommen hat, haben mir ebenfalls sehr gefallen, wobei ich manche allerdings auch als zu sehr aufgetragen empfunden habe. Manchmal ist weniger einfach mehr.
Fazit 

Grundidee: 3,0 / 5
Umsetzung: 3,0 / 5
Schreibstil: 4,0 / 5 
Lesetempo: 4,0 / 5
 Charaktere: 1,5 / 5
Überraschungsmoment: 3,0 / 5
Ende: 3,5 / 5
   
Das Lächeln des Bösen ist für mich kein typischer Psychothriller, sondern eher ein unterhaltsamer ZDF Familienkrimi für Zwischendurch. 
 Bewertung
  Die Autorin

Petra Busch, geboren 1967 in Meersburg, arbeitet als freie Texterin und Journalistin für internationale Kunden aus Wissenschaft, Technik und Kultur. Sie studierte Mathematik, Informatik, Literaturgeschichte und Musikwissenschaften und promovierte in Mediävistik. Für ihren Kriminalroman "Schweig still, mein Kind"
erhielt sie den renommierten Friedrich-Glauser-Preis für das beste Debüt des Jahres 2010. Sie lebt im Nordschwarzwald.


Vielen Dank an den Droemer Verlag für die Bereitstellung 
dieses Rezensionsexemplares!
http://www.droemer-knaur.de/home

Kommentare:

  1. Na jetzt war ich aber gespannt auf die Rezension, nachdem ich bei FB ja schon so ein bisschen was mitbekommen habe! ;) Und ich habe jetzt erstmal in Ruhe den Klappentext gelesen und muss feststellen, das wäre nicht meins gewesen. Trotzdem steht das Debüt der Autorin noch auf meiner Leseliste, wollte immer mal die Glauser-Preisträger der letzten Jahre lesen, also werde ich irgendwann auch mal das Vergnügen haben, bin schon gespannt und hoffe das Beste! :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Immerhin war ich nicht ganz so kritisch wie Kitty! ;)
      Mich hatte der KT ja doch direkt angesprochen und die Story mit den ganzen Wendungen fand ich sogar gar nicht mal so schlecht gemacht. Jedoch hat mir mal wieder die Liebesgeschichte, obwohl diese ja schon im KT angegeben war, nicht zugesagt und wurde für meinen Geschmack zu sehr in die Länge gezogen! Dazu kamen die für mich sehr unsympathischen Charaktere, sodass es zu den Abzügen kam. Bin aber gespannt, wie es dir dann IRGENDWANN gefallen wird!

      Löschen
    2. Na ich würde ja dann "Schweig still, mein Kind" lesen, dieses hier eher nicht.

      Wenn so eine Liebeskiste schon auf dem Klappentext erwähnt wird, schreckt mich das meist ab, weil das für mich ein Zeichen ist, das eine bestimmte Zielgruppe angesprochen werden soll. Also es ist dann weniger die Liebesbeziehung, die mich stört, sondern das Signal, das die Erwähnung selbiger sendet. :D

      Löschen
    3. Argh, da war ich gerade wohl zu sehr auf das böse Lächeln fixiert ;)
      "Schweig still, mein Kind" habe ich aber auch noch auf dem SuB. Werde ich definitiv auch noch lesen! Mal sehen, ob mir die Charaktere dort besser gefallen und keinen ZDF Krimi Touch haben!

      Löschen
  2. Ich habe bisher alle Bücher von Petra Busch gerne gelesen, das waren alles Krimis. Bei diesem Buch habe ich gezögert, weil ich keine Thriller mag. Aber nach deiner Bewertung scheint es genau das Richtige für einen Softi wie mich zu sein :D
    Lg Lara

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Lara,
      meiner Meinung nach kannst du das Buch trotz des Aufdrucks "Psychothriller" wirklich bedenkenlos lesen. Es findet zwar keine Ermittlungen seitens der Polizei statt, wie sonst in einem Krimi üblich, aber der Part wird vollumfäglich von Nina übernommen!
      Wünsche dir viel Spass mit dem Buch!
      Liebe Grüße
      Steffi

      Löschen
  3. Auf Titel und Klappentext wäre ich tatsächlich angesprungen. Aber wenn wieder einmal eine ellenlange Liebesgeschichte eingebaut wird, muss ich verzichten. Daher lasse ich es schon länger mit den Thrillern sein, ab und zu mal einer, der mich richtig neugierig macht, doch das war es dann schon. Gibt noch genug andere Genres zu entdecken.

    Steffi, ich wünsche dir, dass dich der nächste Thriller richtig umhaut!

    Liebe Grüße,
    Nicole

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich finde das Cover ehrlich gesagt auch unheimlich geil, weil es aus der Masse heraussticht! Dazu der Titel und der KT... mein Interesse war geweckt! Die Story war zwar wirklich nicht schlecht, aber die Charaktere konnten mich leider nicht überzeugen und es hatte halt was von einem typisch deutschen TV Krimi!
      Für Thriller Nachschub habe ich die Woche schon gesorgt....mal sehen, ob was dabei ist ;)
      Fühl dich gedrückt!
      Liebste Grüße
      <333

      Löschen
  4. Gut, dass du auch mal vorkosten gegangen bist und ich auf eine erste Meinung gewartet habe :D
    Deine Kritikpunkte zeigen mir, dass das Buch für wohl ebenso eine Enttäuschung wäre - daher lass ich lieber die Finger von!

    AntwortenLöschen