Montag, 30. März 2015

|Rezension| Killing Lessons von Saul Black



Preis: 9,99 € (D)
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 512
Reihe: 1. Band
Erscheinungstermin: 2. März 2015
Verlag: Knaur TB
ISBN: 978-3-426-51610-2
Will ich kaufen!


Klappentext

Ein psychopathischer Serienkiller und sein brutaler Helfer machen den Westen der USA unsicher. Scheinbar wahllos ermorden sie Menschen, offenbar um ihren Opfern bestialische KILLING LESSONS zu erteilen. Als sie in den verschneiten Bergen von Colorado erneut zuschlagen, ist dies bereits ihr siebtes Opfer.
Ein zehnjähriges Mädchen kann mit knapper Not entkommen und findet Zuflucht bei einem alten Schriftsteller, der sich in eine einsame Hütte im Wald zurückgezogen hat. Beiden ist klar, dass die Täter sie früher oder später aufspüren werden.
Detective Valerie Hart vom San Francisco Police Department ist auf den Fall angesetzt. Und sie hat nur eine Chance: Sie muss die Handschrift des Killers lesen lernen ...

(Quelle: Knaur)


Meine Meinung

Auf Killing Lessons hatte ich mich unfassbar gefreut. Ein psychopathischer Serienkiller, der mit Hilfe seiner brutalen Helfer Opfern bestialische KILLING LESSONS beschert, was will man als Thrillerliebhaberin mehr.

Der Anfang war auch unglaublich mitreißend und spannend, denn bereits auf den ersten Seiten werden wir Zeugen der bestialischen Killing Lessons, denen eine Frau und ihr Sohn zum Opfer fallen. Nur die kleine 10-jährige Tochter Nell kann den Mördern entkommen und es beginnt eine Hetzjagd bei Minusgraden. Zum Glück findet die Kleine auch schnell Unterschlupf, doch ob dies auch auf Dauer ist?


Leider konnte Saul Black das rasante Tempo nicht aufrecht erhalten. Nach knapp 100 Seiten plätschert die Story nur noch vor sich hin. Es tauchen immer wieder neue Charaktere auf, wo ich mich zu Beginn wirklich gefragt habe, was diese nun mit der ganzen Sache zu tun haben sollen. Aber ehrlich gesagt interessiert es mich nach einer Zeit auch wirklich nicht mehr, denn im Grunde wollte ich das Buch einfach nur beenden. Es langweilte mich einfach nur, denn der Spannungsbogen hatte für mich bereits nach 100 Seiten seinen Tiefpunkt erreicht. 


Hinzu kam die doch etwas ungewöhnliche Schreibweise oder soll ich besser Klammeraffinitiät des Autors sagen. Der Autor setzt Gedankengänge, der jeweils handelnden Personen nämlich ganz gerne mal in Klammern. Je mehr die Personen denken, desto mehr wird in Klammern gepackt. Es stört nicht nur, dass die Sätze außerhalb der Klammer unheimlich lang werden, sondern auch, dass innerhalb der Klammern häufig stichwortartig gearbeitet wird. Ich weiß gar nicht, wie oft ich Sätze wiederholen musste, um überhaupt festzustellen, was der Autor mir nun eigentlich sagen will. Teilweise habe ich die 50% Klammern einer Seite beim Lesen ausgelassen, um in meinem Lesefluss zu bleiben. Zudem frage ich mich, wieso es in einem Buch überhaupt notwendig ist, Gedankengänge in Klammern zu setzen. Ein neues Stilmittel? Für mich hat das ganze eher den Eindruck erweckt, dass man Dinge anmerken wollte, die man aber nicht in einem Satz ausdrücken konnte. Nachdem es mir in diesem Buch an Killing Lessons leider mangelte, hoffte ich eigentlich nur noch auf ein Killing Brackets. Leider ein Wunschdenken, denn die Klammerei zieht sich durch das ganze Buch.


Vieles wird sicherlich auch an der Schreibweise liegen, aber mir sind auch die ganzen Protagonisten viel zu blass geblieben. Die Polizistin Valerie Hart erfüllt mal wieder alle typischen Ermittlerklischees. Sie ist Alkoholikerin bzw. auf dem besten Wege dahin und leidet an einer vergangenen Beziehung. Valerie ist mir wirklich zu keinem Zeitpunkt irgendwie näher gekommen. Im Gegenteil, sie war mir eher unsympathisch. Zudem hätte es mir besser gefallen, wenn ihr Privatleben nicht derart viel Platz in der Story genommen hätte, denn dadurch kamen Ermittlungstätigkeiten so gut wie gar nicht vor, bzw. der Fall wurde gefühlt im Handumdrehen am Ende gelöst. Da fragt man sich als Leser, wieso die Täter bereits 3 Jahre morden konnten, wenn sie nun so schnell gefasst werden konnten. 

Der ein oder andere Dialog hätte der Story sicherlich auch geholfen, um mir die einzelnen Charaktere näher zu bringen, den Saul Black wendet für die Story die auktoriale Erzählperspektive an.

Durch den ständig wechselnden Perspektivenwechsel bekommt man natürlich auch Einblicke in die Psyche des Täters und dies sogar von Anfang an. Natürlich wollte ich auch wissen, wieso sie einen derartigen Modus Operandi entwickelt haben und muss auch zugeben, dass ich die Auflösung gut gemacht fand.


Zitat

Was sie gehabt hatten. Ein Erkennen. Augenblicklich und irrwitzig. Anziehung, ja sicher - er besaß die bei Männern seltsame Gabe, zu wissen, dass manchen Frauen ihn sehr attraktiv fanden (er war nicht wirklich eitel, aber er fühlte sich wohl in seiner Haut und war klug genug, zu wissen, dass dies eine Art von Macht darstellte), und Valerie hatte die unter der Oberfläche verborgene Sexualität, von der die richtigen Typen wussten, dass sie der Mühe wert war -, aber dennoch hatte der Eindruck von Unvermeidlichkeit die beide ebenso entzückt, wie er sie überrascht hatte. 
(S. 162)
Fazit 

Grundidee: 4,0 / 5
Umsetzung: 2,0 / 5
Schreibstil: 1,0 / 5 
Lesetempo: 2,0 / 5
 Charaktere: 2,5 / 5
Überraschungsmoment: 2,0 / 5
Ende: 2,5 / 5
   


Theoretisch hätte es ein unglaublich mitreißender Thriller mit einem gelungenen Plot werden können, aber wie so oft fallen Theorie und Praxis häufig auseinander. Die Umsetzung lässt insbesondere aufgrund der Klammerei und des fehlenden Spannungsbogens zu wünschen übrig.
 Bewertung
  Der Autor

Saul Black ist das Pseudonym des britischen Autors Glen Duncan, geboren 1965, der bereits mehrere Romane veröffentlicht hat. Er studierte Philosophie und Literatur und lebt in London.

Vielen Dank an den Droemer Verlag für die Bereitstellung 
dieses Rezensionsexemplares!
http://www.droemer-knaur.de/home

Kommentare:

  1. Schade dass das Buch sich so zum Schlechten gewandt hat, klingt doch sehr spannend.. Tolle Rezi, trotzdem!
    Und das mit den Klammern ist ja seltsam, hab ich auch noch nie gesehen.. Ist das vielleicht die spezielle "Marke" des Autors?

    Würde mich freuen, wenn du bei meiner Umfrage teilnehmen würdest ♥
    Liebe Grüße
    Skylar

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  2. Mhm schade ich habe jetzt ein paar Rezis gelesen und alle waren durchwegs sehr positiv, muss aber sagen dass mich deine Rezi mehr anspricht da ich selbst Thrillerliebhaberin bin und mittlerweile schon "höhere" Ansprüche habe ;)
    Liebe Grüße
    Janine

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  3. Hallöchen liebste Steffi,
    oh je.. du hast es ja noch negativer bewertet als Maike. Ich habe da schon gedacht, dass es schlecht ist. Ich bin froh, dass ich bisher einen Bogen um dieses Buch gemacht habe und ich werde auch definitiv nicht mehr danach greifen.
    Gut, dass ihr sowas für mich rausfindet. :D Scherz. <3

    Liebst, Lotta

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  4. Schade, der Klappentext hätte nicht schlecht geklungen. Die Schreibweise mit Klammern stelle ich mir irritierend vor, lieber nicht.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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