Montag, 5. Oktober 2015

| Leserunde | Neunzehn Minuten von Jodi Picoult



»Es ist vorbei, sagte er. Doch das war es nicht, es fing gerade erst an.« Nach seiner unaussprechlichen Bluttat in der Sterling Highschool zweifelt niemand an der Schuld des 17-jährigen Peter Houghton. Doch während der kleine Ort mit den Folgen dieser 19 Minuten zu ringen hat, wird das Rätsel um den Ablauf der Tragödie immer größer … Die Bestsellerautorin Jodi Picoult lotet die Hintergründe von großer Schuld und der verzweifelten Suche nach Gerechtigkeit aus.


Der Ablauf
  • Tragt eure Fazits zu den einzelnen Abschnitten unter dem jeweiligen Leseabschnitt als Kommentar ein 
  • Bitte achtet darauf, dass ihr auch den richtigen Leseabschnitt erwischt, denn wir wollen doch nicht gespoilert werden

Die Abschnitte

1. Abschnitt: Seite 7 - 97
2. Abschnitt: Seite 98 - 203
3. Abschnitt: Seite 204 - 323
4. Abschnitt: Seite 324 - 401
5. Abschnitt: Seite 402 - 473


Die Teilnehmer
und ich :)

Kurzentschlossene Mitleser sind natürlich herzlich willkommen!

Die Leserunde ist hiermit eröffnet!

Kommentare:

  1. Antworten
    1. Ich bin mal so frei :)

      Bin nun schon auf Seite 130 also wird es Zeit den ersten Abschnitt zu kommentieren. Ich kenne den Schreibstil von Picoult ja bereits und habe auch hier erstmal ein paar Seiten gebraucht, um damit richtig warm zu werden. Ich weiß nicht was es ist, aber bei ihrem Schreibstil fehlt mir manchmal etwas. Mittlerweile stecke ich aber richtig fest in der Handlung und mag es nur ungern zur Seite legen.

      Bei Picoult bewundere ich es immer wieder, mit welchen schwierigen Themen sie sich beschäftigt. Man spürt aber gleich wie gut sie verschiedene Seiten beleuchtet, sie setzt sich nicht nur mit einer Perspektive auseinander. Das zeigt auch deutlich, wie viele Menschen eigentlich betroffen sind, wenn es zu solch einem Amoklauf kommt.

      Dieser Wechsel zwischen einer Vielzahl von Personen ist gut gewählt, trotzdem hat es bei mir ein bisschen gedauert, alle in Zusammenhang zu bringen und die einzelnen Protagonisten zu ordnen.

      Ich finde es zudem sehr interessant und spannend, dass es zwischendurch kleine Rückblicke in die Vergangenheit gibt. Wie konnte es so weit kommen? Was geht im Kopf von Peter vor? Das wird von der Autorin nach und nach ziemlich gut dargestellt und "analysiert".

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    2. Ist Peter nur Täter oder auch Opfer? Wer trägt die "Schuld"? Ich finde das alles sehr komplex und schwierig zu beantworten und bin gespannt wie die Autorin im weiteren Verlauf damit umgeht.

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    3. Zu Beginn hatte ich ehrlich gesagt ein paar Schwierigkeiten mit den Namen. Ich wollte sie mir alle krampfhaft merken und dabei ging dann irgendwie der Inhalt an mir vorüber. Nachdem ich dann aber die Charaktere einfach ihre Geschichte hab erzählen lassen, wurde es besser.

      Mir gefällt es ausgesprochen gut, dass wir quasi zunächst in die eigentliche Tat im März 2007 geschmissen werden und dann aber in die Vergangenheit geführt werden. Nachdem man ja quasi direkt zu Beginn weiß, wer der Amoktäter ist, lernt man ihn kennen und ich finde deine aufgeworfene Frage zum Thema „Ist Peter ein Opfer oder ein Täter“ wirklich unglaublich schwierig zu beantworten. Besonders zum jetzigen Zeitpunkt.

      Ich bin unglaublich neugierig, wieso Peter die Tat begangen hat und ob er es alleine getan hat. Irgendwie habe ich seinen Satz „Die haben aber angefangen“ die ganze Zeit im Kopf. Zudem scheint er es im Grunde auf Matt abgesehen zu haben, denn er ist das einzige Opfer, das zwei Schüsse abbekommen hat. Ich frag mich die ganze Zeit, ob das was er auf seinem PC gesehen hat (da war ja irgendein Text) ihn so hat durchdrehen lassen.

      Nachdem was man aus seiner Kindheit erfährt, waren Josie und er immer die besten Freunde und ich könnte mir vorstellen, dass da auch irgendwie der Knackpunkt sein könnte. Waren sie es ggf. sogar gemeinsam, denn Josie scheint ja nicht wirklich frei von Problemen zu sein. Sie verstellt sich, damit sie gemocht wird und verliert sich dabei selber, sodass sie sogar schon Selbstmordgedanken hat?!?

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    4. Gestern konnte ich endlich mit Lesen anfangen und mir ging es (und geht es noch) wie Dir, Steffi, ich bekomme die Namen noch nicht ganz auf die Reihe. Es ist überhaupt das erste Buch, dass ich von Jodi Picoult lese, deshalb kenne ich noch nicht ihren Stil und manche Szenen fließen so beiläufig ein, du merkst, es könnte wichtig sein, kannst es aber noch nicht einsortieren und das macht es manchmal etwas schwierig. Gerade diese beiläufige Art ist es aber auch, die den Sog erzeugt. Inzwischen habe ich mich nämlich heftig festgelesen, war sogar etwas eher wach und musste weiterlesen (das ist mir zuletzt vor Jahren mit „Der Schatten des Windes“ so passiert …).

      Der Schreibstil erinnert mich von der Sprache her sehr an John Grisham, das könnte aber durchaus an der Übersetzung liegen. Die ersten zwanzig Seiten gingen ganz flüssig. Patrick, der Polizist, hat eine sehr spannende Rolle und mir gefällt, wie Picoult seinen Charakter entwickelt hat: Wie er trotz hoher Aufklärungsrate so rastlos ist und am liebsten Verbrechen vermeiden und nicht bekämpfen möchte. Dann wurde es etwas zäh, die unterschiedlichen Personen, die auftauchen, die Setting-Wechsel machen es kompliziert und dann rutschte man langsam in den Amoklauf hinein. Heftig. Danach brauchte ich erst einmal eine Lesepause. Es war emotional anstrengend und gleichzeitig war Patrick, wie er Josie schützt und von diesem Ort wegbringt so warm, dass ein großartiger Gegenpol zu diesem düsteren Ereignis entsteht, da ist Hoffnung …

      Kurz danach war ich wieder etwas überfordert, es geht in die Vergangenheit, als Leser verstehe ich aber nicht sofort warum: Bis immer klarer wird, dass alles, aber wirklich ALLES auf diesen Amoklauf zustrebt, jede einzelne Begebenheit Peter immer weiter auf der Straße zu seiner Tat voranbringt. Schuld ist da natürlich das, was immer wieder auftaucht, aber nicht so eindeutig bearbeitet wird.

      Ich bin jetzt sehr sehr gespannt auf den zweiten Leseabschnitt und hab genau die gleichen Fragen wie Ihr, Steffi und Jule. Denn es ist schon sehr bewegend wie man gleichzeitig Peter als Opfer und Täter erlebt, oder Josie als alte Freundin in einer ganz neuen Haut/Rolle …

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    5. „Die haben aber angefangen“...diesen Satz habe ich ganz anders gedeutet. Ich würde nämlich sagen, dass er sich damit auf die jahrelange Schikane bezieht. Die anderen haben nonstop auf ihm herumgehackt, ihn bloß gestellt und ihm nicht mal annähernd die Chance gegeben in irgendeiner Art und Weise einen normalen Schulalltag zu erleben.

      Was den Anfang betrifft ging es uns wohl allen ähnlich. Da kommt erstmal ganz viel auf einmal. Aber ich finde Steffi hat das genau auf den Punkt gebracht...man muss die einzelnen Personen ihre Geschichte erzählen lassen.

      Anna dir muss ich aber auch absolut recht geben. Vor allem auch was Patrick betrifft. Verbrechen verhindern statt sie zu bekämpfen trifft es ziemlich gut. Ich finde, dass er das Herz am rechten Fleck hat. Das spürt man sofort.

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    6. Ich hab ja irgendwie so ein Gefühl, dass da Peter nicht alleine für den Amokverlauf verantwortlich gewesen. Weil es scheint ja so, dass der Auslöser der Computerbildschirm ggf. eine Nachricht von X gewesen ist.

      Was mich übrigens stört, sind die Perspektivenwechsel innerhalb eine Kapitels, die nur durch 2-3 Leerzeichen gekennzeichnet werden. Gerade als ich gestern müde gelesen habe, übersieht man diese.

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    7. Steffi: Die Nachricht ist mir gar nicht so aufgefallen. Definitiv sticht heraus, dass Matt zwei Schüsse abbekommen hat, das wurde ja auch extra betont. Ich hätte jetzt auch nicht unbedingt so einen auslösenden Moment erwartet, weil das Mobbing ja schon vom ersten Schultag anfing und sich das Ganze wie ein langer Prozess anfühlt, der bis zu dieser Tat führt.

      Und deshalb sehe ich es auch so wie Jule, "Die haben aber angefangen". Ein Satz, wie ihn kleine Kinder sehr gerne sagen. Da habe ich auch sofort an den ersten Schultag gedacht ...

      "Er hat es nicht alleine getan" ist ein spannender Gedanke. Ich hab mich auch gefragt: Wie viele Waffen hatte er eigentlich dabei, wie ist er in so kurzer Zeit durch dieses ganze Gebäude gekommen?

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    8. Das mit dem Wechsel innerhalb eines Kapitels stört mich gar nicht. Finde es sogar passend gewählt, das gibt dem Buch und der Handlung nochmal so ein gewisses Etwas, hält die Spannung stetig aufrecht, sodass man sich dem ganzen überhaupt nicht mehr entziehen kann.

      Das mit der Nachricht auf dem Computerbildschirm habe ich vom Anfang auch gar nicht mehr wirklich in Erinnerung, bin mir nicht sicher, ob ich da an der Stelle zu unaufmerksam war. Davon abgesehen muss ich mich jetzt aber besser zurückhalten, ich will ja nicht spoilern ;)

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    9. Endlich habe ich es geschafft und ich habe den ersten Abschnitt durch :)

      Für mich ist bereits der Einstieg wieder typisch Jodi Picoult - und ich habe mich sehr gut in das Buch einfinden können. Und ich hatte mehr als einmal Gänsehaut. Ich stelle mir möglichst viel immer bildlich vor und das ist mir hier im ersten Abschnitt gut gelungen.
      Erschreckend ist, dass dieses Thema ja gerade wieder aktuell ist - und wer weiss, ob nicht genau solche Szenen beim neuen Amoklauf vor 1 oder zwei Wochen geschehen sind. Das ist sehr erschreckend und lässt mich ungläubig zurück.

      Ganz schlimm fand ich auch die Szene, als Peter und Josie als 5-jährige ein Gewehr begutachtet haben. Eine Waffe gehört nicht in Kinderhände! Und die Eltern haben dafür zu sorgen, dass der Schlüssel für den Tresor so platziert ist, dass eine Kind ihn nicht findet. Zum Glück ist nichts passiert. Aber ich habe so eine Ahnung, dass diese Szene vielleicht noch für den späteren Verlauf wichtig sein könnte.

      Ich bin schon sehr auf den weiteren Verlauf des Buches gespannt und mal sehen, ob mein Verdacht, wieso Peter das getan hat, sich bewahrheitet.

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    10. Ahhh, da haben wir noch eine Picoult-erfahrene Leserin :) Das freut mich doch zu hören, denn dann kannst du uns noch Lesetipps geben, welche Bücher man von ihr gelesen haben sollte.

      Der Vorfall im Keller mit dem Gewehr hat mich auch entsetzt und ich musste direkt wieder an die Unsinnigkeit in Amerika denken. Waffenrecht und Alkohol. Man darf erst mit 21 Jahren Alkohol öffentlich trinken, aber eine Waffe darf man vorab besitzen. Das muss man doch nicht verstehen.

      Welchen Verdacht hast du denn?!? Spekuliere doch immer gerne gemeinsam :)

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    11. Ich habe bisher noch "Zerbrechlich" und "In den Augen der anderen" gelesen, muss aber sagen, dass mich beide auf der emotionalen Ebene nicht so erreicht haben wie es bei "19 Minuten" der Fall war. Trotzdem bin ich schon gespannt auf ihre anderen Werke und ein oder zwei Bücher befinden sich sogar schon auf dem SuB.

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    12. Ich habe schon einige Bücher von ihr gelesen :) Am wenigsten gefallen hat mir bisher 'Das Herz ihrer Tochter'... Irgendwie war das nicht ganz das, was ich erwartet habe.

      Sehr gut gefallen hat mir 'Bis ans Ende der Geschichte' (was ja die meisten von euch gelesen haben - ich war da wirklich sehr begeistert von).
      Was ich noch empfehlen kann ist 'Beim Leben meiner Schwester', 'Zerbrechlich', 'Solange du bei uns bist', 'In den Augen der Anderen'. Die fand ich unter anderem wirklich gut.

      Ein paar Bücher habe ich noch auf dem SUB und die Bücher, die mir noch von ihr fehlen, werden auch nach und nach noch bei mir einziehen (sind nicht mehr viele)

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    13. Dann werden ich mir die von dir genannten Bücher mal anschauen, Sabrina. "Neunzehn Minuten" war ja wirklich mein erstes Buch der Autorin. Von "Bis ans Ende der Geschichte" hatte ich bislang eher durchwachsene Kritiken gelesen.

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  2. Antworten
    1. Auf der einen Seite ist es mir unbegreiflich, wie ein Mensch zu so einer Tat in der Lage sein kann. Auf der anderen Seite denke ich, dass man sich überhaupt nicht in so jemanden hinein versetzen kann. Jahrelang der Schikane anderer Mitschüler ausgesetzt zu sein, den Stempel als Außenseiter einfach so von Anfang an aufgedrückt zu bekommen, völlig ohne Grund. Ich persönlich habe sowieso noch nie verstanden, wie man andere Menschen mobben kann. Aber wie grausam gerade Kinder sein können, sieht man hier wieder deutlich. Und auch später diese Grüppchenbildung in der Schule, der Druck dazu zu gehören und möglichst nicht aufzufallen...schrecklich!

      Peter selbst kann ich eigentlich noch gar nicht einschätzen. Einerseits steckt so viel Hass, angestaute Wut und Aggression in ihm, er wirkt teilweise richtig gefühlskalt. Und andererseits tritt er zwischendurch doch als verletzlicher Junge auf, der durch die ständige Schikane angefangen hat sich selbst zu hassen.

      Bin gespannt auf eure Meinung!

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    2. Dieser Abschnitt gab viel Zündstoff zum Nachdenken. Zum einen, wie du bereits geschildert hast Jule, die Grausamkeit von Kindern und wie diese Jahre einen Menschen prägen können. Allerdings kristallisiert sich für mich immer mehr heraus, dass Josie hier der Ankerpunkt ist. Jedoch erschließt es sich mir noch nicht genau, inwieweit sie involviert ist. Auf der einen Seite hat sie Peter immer Rückendeckung gegeben, bis sie sich plötzlich von ihm abwendet und gibt beim Verhör mit Patrick noch nicht einmal zu, dass sie mit Peter mal befreundet gewesen ist. Währenddessen „plant“ Peter scheinbar seine Todesliste und nur Josie soll am Leben gelassen werden.
      Josie und Peter sind sich in vieler Hinsicht einfach so ähnlich. Josie beschreibt Peter als auffällig, weil er nicht versuchte dazuzugehören, dabei verachtet sie sich doch indirekt für ihr eigenes Verhalten. Sie weiß gar nicht, was sie will und hat selber sehr düstere Gedanken und denkt an Selbstmord. Vielleicht hatten Peter und Josie ja doch noch Kontakt und wenn es indirekt über ein „Selbstfindungsforum“ gewesen ist. Josie zeigt für mich als Opfer zu viel Schuld, denn wieso entschuldigt sie sich bei Matt während der Zeremonie.
      Oder aber, was zu der Theorie „die anderen haben angefangen“, passen würde, ist da was zw. der Clique von Josie und Peter vorgefallen. Ich bekomm es nämlich nicht aus dem Kopf, wieso Drew Josie fragt, ob sie mit jmd gesprochen hätte, worauf sie sagt „nur mit einem von uns“.
      Immer wieder schön meine Theorien :D
      Aber auch die Sicht der Eltern finde ich hier sehr stark dargestellt. Als Elternteil des Täters hat man es ja quasi noch 1000 Mal schwerer als als Elternteil eines Opfers, denn man kann mit niemandem gemeinsam trauern. Jeder hält einen für mitschuldig. Auch wenn Lacy sagt, dass sie bei Peter nie mal nachgesehen hat, was er so treibt, weil sie Angst hatte etwas zu finden, wie bei ihrem Mustersohn Joey. Trifft sie deswegen eine Mitschuld? Ich glaube hierzu könnte ich wirklich einen Roman schreiben. Ein wirklich ausgesprochen heikles Thema…

      Etwas anderes über das ich lange nachgedacht habe, ist die Formel von Peters Vater „Glück=Realität/Erwartungen“. Und ich glaube diese Formel beschreibt perfekt Peters Glückszustand, welcher nahezu 0 sein muss. Er stand immer im Schatten seines Bruders und wollte immer den Erwartungen seiner Eltern gerecht werden und hat sich um Anerkennung zu bekommen sogar Geschichten ausgedacht.

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    3. Mir geht es wie Dir Jule, ich bin hin und hergerissen beim Lesen und das wird immer mehr. Auf der einen Seite ist man entsetzt, wie Peter so etwas tun konnte. Auf der anderen Seite fragt man sich, wie er dazu gemacht wurde, wer außer ihm Schuld hat. Dann wieder sieht man nur das Monster in Peter.

      „Wie viele habe ich erwischt?“ Dieser Satz hat sich mir in den Magen gebohrt wie eine Faust. Vorher sind da die verzweifelten Eltern, die nicht fassen können, dass ihr Sohn so etwas getan hat und dann die Sicht des Anwalts. Der Peter zum ersten Mal sieht und sich fragt, wie eine Person, die so aussieht, so etwas getan haben kann. Der in Peter ein Kind sieht. Und dann Peters Frage. Das ist echt heftig. Genauso kaltblütig wie der Peter, den der Polizist Patrick auf dem Video bei der Tat beobachtet.
      Und es wird irgendwie immer spannender, ich habe sogar erst einmal das Ende des Abschnitts überlesen und sofort mit dem dritte Abschnitt weitergemacht. Irgendwann fiel mir auf, dass es so war und musste erst mal suchen, wo der zweite Abschnitt aufhörte.

      Zwischendurch hatte ich allerdings ein kleines Tief. Etwa auf Seite 108 habe ich mich gefragt, ob es die ganze Zeit so weiter gehen wird und worauf der Plot hinausläuft. Ich möchte mehr darüber wissen, wie es weiter im Verhältnis von Lacy und Alex geht. Dann habe ich allerdings das gelesen, was Ihr, Steffi und Jule, zum ersten Abschnitt geschrieben habt und schließe mich an, dass da noch das dicke Ende kommt …

      In dem Abschnitt gibt es übrigens ein Zitat, dass Patrick sehr gut charakterisiert (S. 138)
      „Patrick musste ihr nicht erklären, dass es mit einer Verurteilung von Peter Houghton nicht getan war. Damit Patrick seinen Seelenfrieden halbwegs wiederfinden konnte, würde er verstehen müssen, warum Peter zum Amokläufer geworden war.
      Um verhindern zu können, dass so etwas je wieder geschah.“

      Bei dem, was Du Steffi, schreibst, kommt mir noch ein Gedanke: Vielleicht ist Josie ja so wichtig, weil sie wie eine Alternative zu Peters Entwicklung ist. Erst sind sie eine Einheit, dann beginnt die Schule, sie bleiben noch eine Einheit und dann verändert sich alles. Sie treffen unterschiedliche Entscheidungen für das gleiche Problem: Nicht auffallen. (Denn das wird ja immer wieder betont: Peter will nicht auffallen.) Josie passt sich ja auch an. Will nicht mehr auffallen, hat das gleiche Grundbedürfnis: Sie will geliebt und anerkannt werden.

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    4. Und ich habe mal eine Frage an Euch: In diesem Abschnitt fallen mir Ähnlichkeiten mit „Es wird keine Helden geben“ von Anna Seidl (im Oetinger Verlag) auf. Josie klingt genau wie die Hauptfigur darin, oder eher umgekehrt. Habt Ihr das Buch auch gelesen und ist Euch das auch aufgefallen? Wisst Ihr etwas darüber, dass es Anlehnungen gibt?

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    5. Ich habe das Buch bisher noch nicht gelesen, kann deshalb gar nichts dazu sagen. Meinst du das Anna Seidl sich hier ein bisschen was "abgeguckt" hat?

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    6. Ich kenne das Buch ebenfalls noch nicht. Ich bin mal gespannt, ob du es uns nach dieser Lektüre noch empfehlen kannst, oder ob es zu viele Parallelen gibt.

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    7. @Jule & Steffi: Also "Es wird keine Helden geben" ist ganz klar ein Jugendbuch. Da ist die Perspektive der Jugendlichen viel stärker drin und die Erwachsenen nehmen nicht so viel Raum ein. Aber von der Grundgestaltung finde ich schon einige Sachen ähnlich und das jetzt im Nachgang nicht so schön.
      Insgesamt ist Picoult viel komplexer, geht wesentlich mehr auf die Dynamik zwischen Menschen ein. Seidl ist da eher an der Gedankenwelt, die manchmal auch etwas viel wird.
      An Anna Seidls Buch spannend ist, dass es wesentlich europäischer ist. Wenn aber Seidl lesen, dann würde ich jetzt schon noch einiges an Zeit verstreichen lassen.
      Für Jugendliche ist "Es wird keine Helden geben" aber definitiv empfehlenswert!

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    8. Dann werde ich wohl noch ein bissel Zeit ins Land verstreichen lassen. Momentan haben es bei mir Jugendbücher eh schwer....

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    9. So, den zweiten Abschnitt habe ich nun auch durch...

      Kinder können sehr grausam sein, das weiss ich selbst - ich war auch nicht sonderlich beliebt in der Schule und wurde ab und an durchaus gemobbt... (Heute stehe ich drüber und habe meine Stärke gefunden) Und ich hatte es auch nicht so leicht zu Hause - aber mir wäre es nie in den Sinn gekommen, so wie Peter zu handeln.
      Ich verstehe zwar, was ihn beschäftigt und es ist schrecklich, dass er immer fertig gemacht wurde etc. Das ist wirklich nicht toll. Und dass er immer hinter seinem Bruder gestanden hat, ist sicherlich auch nicht leicht.

      Und Josie... Ich finde es ehrlich gesagt scheisse von ihr, wie sie sich verhalten hat. Nur damit sie beliebter ist? Was soll das? Es geht doch nicht darum, wie beliebt jemand ist, sondern was für einen Charakter ein Mensch hat. Ich bin mir sicher, dass Peter diese Tat niemals begangen hätte, wenn sie ihre Freundschaft nicht einfach geopfert hätte.
      Was mich weiter in die Richtung treibt, dass die Gefühle von Peter für Josie unter Umständen auch einen Aspekt seiner Tat war. Ich kann mir nicht vorstellen, dass allein die Wut auf seine Mitschüler ihn dazu getrieben haben. Da muss noch mehr passiert sein, dass jemand soweit geht.

      Was mich beim Lesen ein wenig stört sind die vielen Personen, aus denen die Geschichte geschrieben wird. Ich muss da immer mehrmals überlegen, wer denn jetzt wieder gemeint ist, wenn eine neue Person auftaucht. Ein paar Personen weniger hätten nicht geschadet, auch wenn sich alles zu einem Bild fügt.

      Ansonsten gefällt mir das Buch sehr gut und es regt sehr zum Nachdenken an. Ich finde es generell einfach erschreckend, dass so etwas passiert... Auf jeden Fall bin ich sehr gespannt, wie es weiter geht.

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    10. Genau das hatte mich zu Beginn ja ebenfalls gestört, dass im Rahmen eines Kapitels häufig in den Sichtweisen gewechselt wird und dies nur durch ein paar Leerzeichen kenntlich gemacht wurde. Das hätte man gestalterisch besser lösen können.

      Ich gebe dir auch absolut recht, dass das ganze nicht passiert wäre, wäre Josie weiterhin Peters Anker und Sprachrohr geblieben

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  3. Antworten
    1. Ich verstehe überhaupt nicht, wie sich Josie so abrupt und knallhart von Peter abwenden konnte. Oder wie geht es euch damit? Überhaupt kann ich diese ganze Beliebtheits-Nummer persönlich nicht verstehen. Ich weiß, dass es traurigerweise wahrscheinlich in vielen Schulen so oder so ähnlich zugeht. Aber dennoch frage ich mich auch, ob es in Amerika noch eine Spur extremer ist als hier in Deutschland. Oder ich hatte eben einfach Glück, dass es bei uns auf der Schule früher nicht so zuging. Wir hatten zwar auch immer jemanden in der Klasse, der eher ruhiger war und vielleicht auch als "Außenseiter" bezeichnet werden könnte, aber schikaniert oder fertig gemacht wurden sie trotzdem nicht. Das gabs bei uns so nicht. Vielleicht sieht es aber auf Schulen in Großstädten wieder ganz anders aus. Auf jeden Fall stimmt das einen doch ganz schön traurig. Wie man sich auf Kosten anderer amüsieren kann habe ich noch nie verstanden und werde ich wohl auch nie verstehen.

      Dass Alex jetzt hier mit dem Polizisten Patrick anbandelt...ja was soll man dazu sagen :D irgendwie ein wenig klischeehaft, aber gut, so sollte es wohl sein. War irgendwie auch schon viel früher absehbar. Stört mich jetzt nicht unbedingt, aber hätte auch nicht sein müssen.

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    2. „Wenn nur die Meinung der anderen zählt, kannst du dann überhaupt eine eigene haben?“ (S. 251)
      Durch diesen Abschnitt bin ich regelrecht geflogen, denn das Thema posttraumatische Belastungsstörungen hatten wir nun zuletzt in der Leserunde zu „Zwischen uns das Meer“ und nun im Zusammenhang als Verteidigungsstrategie finde ich es sehr interessant. Da kommt doch die halbe Juristin in mir durch. Dennoch gibt mir Peters Verhalten manchmal zu Bedenken, da er so kalt ist. Aber wenn man zwischen den Silben liest, dann ist er am kältesten sich selbst gegenüber.
      Zudem lernen wir Matt von einer anderen Seite kennen. Er scheint Josie ggü. nicht immer der feine Gentleman zu sein und ich weiß nun nicht, ob ich das richtig verstanden habe, aber er scheint beim Sex es auch gerne härter zu mögen bzw. er hat seine Freundin gerne in der Hand und ist auch sehr herrschsüchtig ihr gegenüber. Als Josie und Peter in dem Aufzug stecken, erzählt Josie ja von dem Vorfall mit Matt und ab dem Zeitpunkt steht Josie ja bei Peter unter „leben lassen“, ob dieser Vorfall ggf. auch ein Auslöser für Peter gewesen sein könnte, oder aber auch für Josie? Jeder einen Schuss in Matt?

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    3. @Jule: Das Techtelmechtel zw. Patrick und Alex nervt mich schon ein wenig und ich hoffe es wird nicht zu viel Raum nehmen!

      Bzw. Hänselei kann ich nur sagen, dass es die bei uns auch gab und ich in der 5 bzw. 6 selber betroffen war. War ne ziemlich ätzende Zeit, die sich dann irgendwie in Luft aufgelöst hat! Zum Glück!

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    4. Wie sich das Verhältnis von Matt und Josie entwickelt, finde ich echt gruselig. Auf der einen Seite habe ich irgendwann schon so etwas geahnt, aber definitiv nicht in diese Richtung. Das fällt ja mit dem Tag zusammen, der für Peter fast der schönste Tag in seinem Leben geworden wäre. Und das ist Drama pur. Einerseits ist es schön, weil er diese Zeit mit Josie hatte, andererseits ist das Ende des Tages echt die Hölle für ihn. Da tut er mir wieder richtig leid.

      Was Peters Kälte betrifft, steigert sie sich ja, außer wenn es um Josie geht. Da habe ich mich schon eher gefragt, welche Rolle da das Gefängnis spielt. Wir erleben ja auch seinen aktuellen Wandel mit. Das muss nicht direkt was mit der Tat zu tun haben. Zum Beispiel schon alleine die Tatsache, dass er mit Sport anfängt. Warum jetzt und nicht vorher. Mich würde es schon interessieren, wie es ihm in der Zelle geht, was mit ihm passiert, was seine Innenwelt ist. Wir erleben ja die Innenwelt von Josie sehr. Aber was ist mit Peters Gedanken zu der Tat?

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    5. @Jule Das Gängeln von anderen ist von Schule zu Schule echt unterschiedlich und ich glaube auch, dass es in Stadtschulen anders zugeht. Mich entsetzt, mit welcher Kälte sie das machen, selbst nach dem Vorfall ärgern sie weiter. Das ist echt extrem und da weiß ich nicht, ob das kulturtypisch ist. Denn ich glaube schon, dass es auch oft eine Gruppendynamik hat. Mich verwirrt da eher auch Josies Haltung, ihre vielen Selbstzweifel obwohl sie beliebt ist. Die Kluft ist schlimm.

      Alex // Patrick fand ich irgendwie absehbar. Das wurde ja schon früh angedeutet. Deswegen nervt es ein bisschen, wirkt zu kalkuliert.

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    6. Das habe ich mich auch gefragt, wieso der scheinbar bis dato unsportliche Peter nun im Gefängnis mit Sport anfängt.

      Und zum Thema Mobbing und Gruppendynamik. Im Grunde ist es doch die Gruppendynamik, die das ganze so schlimm macht. Einer fängt an und die anderen machen es nach, weil man dann dazugehören will und "mitlachen" will. Getreu dem Motto "Gemeinsam sind wir stark".

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    7. Ich schätze, dass das mit dem Sport einerseits einfach der Beschäftigung dient, was zu tun zu haben im Gefängnis. Und andererseits um sich vielleicht vor Übergriffen von anderen Insassen schützen zu können. So habe ich es zumindest verstanden bzw. interpretiert.

      Das mit der Gruppendynamik ist wohl traurige Wahrheit, für mich aber wirklich total unverständlich und in keinster Weise nachvollziehbar. Da frage ich mich, ob bei der Erziehung was falsch gelaufen ist oder wieso Menschen sich zu so etwas mitreißen lassen...

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    8. Ich glaube mit der Erziehung hat das nicht viel zu tun. Ich denke es ist einfach die Angst vor dem Alleine sein. Es fällt einem doch immer schwerer vor mehreren "nein" zu sagen, als nur vor einer Person.
      Und besonders in jungen Jahren, wo die Persönlichkeit noch am Reifen ist, ist es für junge Menschen schwierig sich zu finden und zu behaupten. Wenn man dann auch noch in so eine Clique gerät, ist es einfach umso schwerer seine Meinung durchzusetzen, insofern man sich überhaupt traut diese zu äußern.

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    9. Ich werde nie verstehen, wieso manchen Menschen die Beliebtheit wichtiger ist als Freundschaft. Wenn ich Peter wäre, hätte ich Josie schon längst in Ruhe gelassen, auch wenn es ihm schwer fällt. Sie wird sich nie zu ihm bekennen... Mal sehen, ob sich das noch ändern wird und ob sie ihn vielleicht im Gefängnis besuchen wird.

      Wenn wir schon bei Josie sind... Etwas ist in der Umkleide zwischen ihr und Matt vorgefallen - und nicht nur da. Hat er sie vielleicht mehr als nur geschlagen? Das ist noch so etwas... wieso hat sich Josie nicht von ihm getrennt? Eine Frau, die sich schlagen lässt... Da hört es bei mir auf! Da hätte sie wirklich vernünftig sein sollen und auf ihre Beliebtheit pfeifen! Das ist es wirklich nicht wert.

      Mal sehen, wie es weiter geht und wie der Prozess ausgeht. Ich habe so das Gefühl, dass auch hier noch mehr ans Tageslicht kommt, als wir bisher wissen. Mal sehen.

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  4. Antworten
    1. In diesem Abschnitt hatte ich tatsächlich ein bisschen Tränen in den Augen. Zuerst die Situation in der Cafeteria, als Peter vor allen die Hose runter gezogen bekommt und ausgelacht wird. Da musste ich wirklich tief durchatmen, vor Wut. Wie grausam und schrecklich jemanden so zu erniedrigen! Gerade noch in Verbindung mit der Mail, in der er Josie seine Gefühle offenbart. Ich habe da richtig mitgefühlt mit Peter. Und das Drew das dann alles vor Gericht nur als "Spaß" bezeichnet...das setzt dem ganzen noch die Krone auf und bringt das Fass zum Überlaufen. Ich hatte mich die ganze Zeit schon gefragt, welcher Augenblick, welche Situation war es, die dazu geführt hat.

      Und dann einfach die gesamte Situation vor Gericht. John, der sich nicht mehr richtig artikulieren kann. All die anderen schwer verletzten Schüler und Schülerinnen...da kommt immer wieder die Frage auf, wieso es so weit kommen musste. Und gleichzeitig frage ich mich, wieso Lehrer nicht früher schon dazwischen gegangen sind. Hätten sie konsequenter gegen dieses Mobbing an der Schule vorgehen können? Oder ist man da wirklich so machtlos wie es hier dargestellt wird?

      Steffi hat mich erst auf den Gedanken gebracht, dass Peter vielleicht nicht der einzige Täter war. Was ist mit Josie? Welches Geheimnis hat sie noch zu verbergen? Schon mit der Fehlgeburt hatte ich nicht gerechnet. Und irgendwie habe ich das Gefühl da ist noch mehr. Vor allem wenn man an das Misshandlungssyndrom denkt. Der Fokus liegt so auf Peter und dem Amoklauf, dass es ein wenig untergeht, wie schlecht sie zwischendurch immer wieder von Matt behandelt wird. Was ist wenn sie sich all das nicht mehr gefallen lassen wollte? Hat sie auch auf Matt geschossen? Schließlich war auf einer Waffe ein Fingerabdruck, der verwischt war und niemandem eindeutig zugeordnet werden konnte...wenn ich das so richtig in Erinnerung habe.

      Ich bin wirklich gespannt was das Ende bereithält und was jetzt auf den letzten Seiten noch passiert!

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    2. Also genau das vermute ich ja nun schon länger. Ich könnte mir vorstellen, dass Josie bei der Planung der Tat nicht involviert war, aber als Peter dann in der Umkleidekabine aufgetaucht ist, könnte ich mir gut vorstellen, dass Matt noch irgendwas beleidigendes zu Peter gesagt hat, daraufhin hat Josie Peter ggf. verteidigt, Matt geht daraufhin Josie an, Josie greift zur Waffe, die Peter ggf. aus der Tasche hängt und versetzt Matt den nicht tödlichen Schuss mit der Waffe B, Peter versetzt daraufhin den tödlichen Kopfschuss mit der Hauptwaffe A.

      Ich finde auch, dass hier viel zu wenig auf Josies Gefühlslage eingegangen wird, sodass ich einfach glaube, dass da einfach noch was kommen wird und das Verschweigen quasi seinen Grund hat. Josie ist so dermaßen labil, dass ich mir eigentlich nichts anderes vorstellen kann. Sie hat so große Schuldgefühle Peter gegenüber, weil sie im inneren weiß, dass sie gegen die Mobbingattacken zwar nichts hätte machen können, aber sie hätte Peter verteidigen können, so wie sie es bis zur 6. Klasse gemacht hat. Doch aus Angst, dass sie dann so behandelt wird, hat sie für sich den einfacheren Weg des Schweigens und damit des indirekten Mitmachens entschieden.

      Was die Tat allerdings erreicht hat, ist dass die Trauer die Cliquenbildung etwas aufgelöst hat. Das fand ich während des Prozesses sehr gut dargestellt. Leider ist dies nur meist eine Frage der Zeit bis sich wieder alles zum alten einpendelt.

      Für mich sehr bewegende Momente waren die mit den Eltern von Peter. Zum einen als seine Mum die ganzen Klamotten gekauft hat und dann quasi dem Verkäufer von einem Sohn erzählte, den sie in der Form nicht hat oder der Vater, der seinen eigenen Sohn nicht besuchen kann und stattdessen an die Gräber der Opfer fährt. Der Moment an dem beide in Peters Zimmer sind und sich an den Händen halten und ohne Worte füreinander da sind, das war so ein gewaltiges Gefühl. Ich finde es schön, dass hier die Ehe stark genug ist, diese Kraft gemeinsam aufzubringen.

      Da fällt mir noch etwas zu Josie ein....Ich denke einfach, dass Josie in der Öffentlichkeit eine ganz andere Person ist, als die sie eigentlich ist und je mehr sie eigentlich an Lügen (Nachhilfel etc) erzählt, erstickt sie im Grunde dran und macht sie kaputt.

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    3. Für mich war das auch ein eher emotionaler Abschnitt. Peter wird jetzt deutlich, weicher, ohne dass man falsches Mitleid bekommt. Es ist einfach wirklich heftig was da passiert ist. Und andererseits macht sich hier auch wieder die unterschiedliche Perspektive auf: Da sind die, die das als Spaß sehen, wenn sie andere schikanieren und die, die auch sagen „Das ist uns allen passiert.“ Auf der anderen Seite ist Peter und seine Welt: er, der das nicht wegpacken konnte, sich nicht dagegen wehren konnte. Heftig finde ich die Aussage von seinem einzigen Freund, der schon klar macht, dass es Peter schon immer schlimmer erwischte als alle anderen und dann sagt, er würde sich wünschen, er hätte die Tat selber geplant.

      Dass Josie jetzt auch besser nachvollziehbar wird, ist sehr gut. Aber irritierend ist, dass die Andeutungen, was an ihrer Beziehung zu Matt nicht so toll war, keine Rolle mehr spielen. Im Gegenteil, sie himmelt ihn die ganze Zeit an. Jetzt beim Schreiben hab ich aber ne Idee dazu. Muss unbedingt weiterlesen …

      Ach, eine Sache fand ich noch eigenartig und mich würde interessieren, was Ihr dazu sagt: Peter fühlt sich ja von allen Seiten schikaniert, missverstanden, abgelehnt. Aber seine Mutter wirkt gerade in diesem Abschnitt total liebevoll – Sand im Keller ausschütten, damit sie Sandburgen bauen können etc. All das, was Josie aus ihrer Erinnerung erzählt … Warum hat Peter seine Eltern nicht so gesehen? Warum packt er emotional für sich seine Eltern mit seinen Mitschülern in einen Topf? Könnte es mit dem Camp zu tun haben, aus dem er nicht abgeholt wurde und was ist da passiert?

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    4. Das ist eine gute Frage Anna, aber ich vergleiche das beispielsweise mit einer Trennung. Wenn man sich trennt und den anderen vermisst, dann denkt man niemals an die Streiterein und ggf. damit auch die Trennungsgründe, sondern denkt meist immer nur an schöne Momente.

      Ich finde nicht das Peter seine Eltern in den Topf der Mitschüler steckt, allerdings sieht er in ihnen einfach keinen Halt und ich denke, dass dies auch viel mit seinem älteren Bruder zu tun hat. Er hat um die Aufmerksamkeit seiner Eltern ringen müssen und hat sich um von ihnen Anerkennung zu bekommen sogar Geschichten erfunden, weil er ihnen die Wahrheit von seinem eigentlichen Schul-Schikane-Alltag nicht berichten wollte. Durch dieses ganze Lügengerüst hat er sich doch im Endeffekt selber ins aus manövriert, da er dadurch keine Hilfe von den Eltern bekommen konnte, weil sie im Grunde nie wussten, wie schlimm die Schikanen im Grunde sind. Ich denke, dass das Camp eins von vielen Momenten gewesen ist, wo Peter im Grunde Schutz bei seinen Eltern gesucht hat, aber diese die Situation einfach falsch gedeutet haben.

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    5. @Steffi Das war ja eigentlich am Ende des Buches auch das Beklemmendste, dass Peter so 'hineingerutscht' ist. Trotzdem, vielleicht weil ich gerade als Mutter hoffe, dass man näher an seinem Kind ist und einfach merkt, wie es um es steht, hat mich dieser Punkt echt etwas fragend zurückgelassen. Du hast total recht, wie Du es schreibst. Und der Vater mit seinen mathematischen Berechnungen von menschlichen Dingen ist wirklich schräg und dadurch kalt. Aber von der Mutter habe ich mir doch mehr erhofft. Vielleicht wäre es hier schön gewesen, etwas mehr zu erfahren.

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  5. Antworten
    1. Mittlerweile bin ich mit dem Buch durch und bin anschließend erstmal noch ein bisschen meinen Gedanken nachgehangen. Ein Happy End war nicht zu erwarten, schließlich ist es genau so auch im wirklichen Leben. Daher finde ich es auch gut so, wie es die Autorin gemacht hat. Dass sich nicht plötzlich alles noch zum "guten" wendet. Das war hier ja gar nicht möglich. Logisch, dass mich das Ende dann auch etwas traurig gestimmt hat. Traurig und nachdenklich.

      Das mit Josie war also eine richtige Vermutung. Sie hat auch auf Matt geschossen. Ich finde jedoch, dass Misshandlungssyndrom bei ihr nicht wirklich greift. Zumindest hat es den Eindruck gemacht, dass sie relativ klar im Kopf war, in der entscheidenden Situation doch relativ überlegt gehandelt hat. Oder was meint ihr?

      Ich muss jetzt mal schauen wie ich meine Gedanken zu diesem Buch in einer Rezension geordnet bekomme. Auf jeden Fall ist es ein Buch, an das ich mich noch ganz ganz lange zurückerinnern werde, das mich tagelang beschäftigt und nicht losgelassen hat. Und das spricht absolut für dieses Buch und für Jodi Picoult!

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    2. Da lag ich doch mit meiner Vermutung gar nicht so verkehrt und ich muss sagen, dass das Ende absolut passend gewählt ist. Natürlich hätte ich mir noch gerne gewünscht vielleicht etwas über Josie zu erfahren, wieso sie sich letztendlich dazu entschied auf Matt abzufeuern, aber das gewählte Ende mit den "Neuanfang" von Alex und Patrick fand ich wirklich gelungen.
      Ich bin wie du, Jule, der Meinung, dass die posttraumatische Belastungsstörung bei Josie eher weniger greifen kann, denn im Grunde wurde sie ja nie so schikaniert wie Peter. Ich denke einfach, dass sie ein psychisches Problem. Wobei wenn ich das hier so nun schreibe...Im Grunde lebte Josie doch ebenfalls mit der ständigen Angst selber schikaniert zu werden, sodass sie durch das Mitmachen versucht hat dazuzugehören. Sie befand sich ständig in dem Zwiespalt, denn ihr wahres ich verachtete sich und die Sportskanonen.

      Insgesamt ein ausgesprochen gutes Buch, das einen wirklich tief bewegt hat. Jule du hast doch auch bereits andere Bücher der Autorin gelesen, oder? Welche kannst du noch empfehlen?

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    3. Habe den fünften Abschnitt gerade gelesen und mich hat es doch etwas umgeworfen. Das Ende ist sehr emotional und ich werde wie Du Jule noch ein paar Tage damit zu tun haben. Es gibt Antworten auf die offenen Fragen und man geht schon irgendwie aus dem Buch mit (trauriger) Gewissheit raus. Wie die Dinge zusammen gewirkt haben, was die Figuren zu dem gemacht hat, was sie sind. Bis auf die Frage, was in dem Summer Camp mit Peter passiert ist, aber das scheint nicht mehr wichtig zu sein.

      Das Ganze wirkt wie ein rollender Stein, der immer wieder angeschoben wurde, von vielen kleinen Situationen und eigentlich nicht aufzuhalten war. Die Erklärung des psychiatrischen Gutachters in der Verhandlung, dass der Computer für Peter immer ein sicherer Rückzugsort war und durch Peters zufälliges Wiederfinden des Briefes zerstört wurde, ist der plausible Schluss. Trotzdem entschuldigt ihn die Autorin nicht. Alle Verantwortlichen werden zur Verantwortung gezogen.

      Ganz stark finde ich die Reaktion und die Bedeutung von Alex, Josies Mutter, am Ende. Wie sie wirklich als Mutter agiert, als Freundin und wie sie es letztlich schafft, in der Situation zu wachsen. Und wenn ich daran denke, wird es ein schönes Buch über eine berufstätige Mutter, über ihre Entwicklung und wie sie ihre Handlungen in dem Moment verändert, als ihre Tochter sie am meisten braucht.

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    4. @Jule Mich würde auch interessieren, welche Bücher Du von ihr empfehlen kannst.

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    5. Kenne bisher nur zwei andere Bücher von ihr und die fand ich zwar auch gut, aber nicht so stark wie "19 Minuten". Umso gespannter bin ich aber auf die anderen Werke von ihr, die ich dann nach und nach noch lesen möchte.

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  6. Antworten
    1. Huhu ihr Lieben,
      ich werde heute Abend erst einsteigen. Hatte am WE noch mit Black Blade zu "kämpfen" und werde nun noch schnell die Mitternachtsrose beenden.
      Jule, es freut mich aber, dass du schon soooo fleißig bist! :)
      Fühlt euch gedrückt!
      <3

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  7. Hallo ihr Lieben,
    ich wollte euch kurz viel Spaß mit diesem Buch wünschen. Ich habe das Buch schon vor Ewigkeiten mal gelesen, möchte es aber gerne irgendwann nochmals lesen. Momentan ist das Thema ja leider wieder hochaktuell und ich verspreche euch, dass es euch so schnell nicht mehr loslässt. Ich werde eure Leserunde auf jeden Fall ein wenig im Auge behalten, da mich wirklich interessiert, wie das Buch euch gefällt.

    Alles Liebe, Nelly

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    1. Es lässt einen wirklich nicht mehr los, das merke ich jetzt schon. Entweder ich habe es in der Hand und lese....oder ich bin in Gedanken trotzdem bei der Handlung, da schwirren mir viele Fragen im Kopf herum. Gefällt mir von Jodi Picoult bisher am besten!

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  8. Hallöchen ihr Lieben :)

    Ich werde leider erst heute oder morgen dazu kommen, das Buch anzufangen - aber da ich dann eine Woche Urlaub habe, hoffe ich, da schnell aufholen zu können :)

    Liebe Grüsse
    Sabs :)

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    1. Huhu Sabrina,

      mach dir keinen Stress. Wir laufen nicht weg. Bin unglaublich gespannt, wie es dir gefallen wird.

      Liebe Grüße
      Steffi

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    2. Hallo Sabrina,
      bin auch sehr gespannt, was Du dazu sagst und wie es Dir gefällt.
      Liebe Grüße
      Anna

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