Freitag, 30. Oktober 2015

|Rezension| Die sieben Schwestern #1 von Lucinda Riley

 Goldmann Verlag | Hardcover | erschienen am 09.03.2015 | 544 Seiten | 19,99 € 
Reihe: Die sieben Schwestern #1 | Genre: Roman

Es ist zwar schon eine Weile her, dass ich Die sieben Schwestern gelesen habe, aber da am 9. November bereits der zweite Band der Reihe Die Sturmschwester erscheint und ich es kaum noch abwarten kann, wie es weiter geht, habe ich mich heute zur Einstimmung nochmals mit Die sieben Schwestern beschäftigt.

Lange Zeit habe ich einen Bogen um historisch angehauchte Bücher gemacht, da mein Geschichtslehrer, der sich im Grunde nur noch auf seine Pensionierung freute, doch eher versagt hat. Statt mir Geschichte näher zu bringen, habe ich seitdem im Grunde um alles was sich nach Geschichte anhörte einen weiten Bogen gemacht. Ein fataler Fehler wie ich feststellen musste, denn Geschichte muss nicht immer ein langweiliger belehrender Monolog sein. Man kann sie auch durch Unterhaltungsliteratur miterleben. Lucinda Riley ist so eine Autorin, die für mich als „Einsteiger“ in derartige Welten absolut zu empfehlen ist, denn sie verbindet auf spielerische Art und Weise die Gegenwart mit der Vergangenheit. Familiengeheimnisse werden gelüftet und man reist durch ferne Länder.

Die sieben Schwestern“ war mein erstes Buch von Riley und im Grunde war es Liebe auf der ersten Seite. Lucinda Riley hat einen unglaublich flüssigen und bildhaften Schreibstil, ohne dass sie sich dabei allerdings in Details verliert und es zu Längen kommt. Als Leser hat man stets das Gefühl Teil der Geschichte zu sein.

Wir befinden uns in der Gegenwart im Jahre 2007 am Genfer See, wo Maia, die älteste Tochter, mit ihren Schwestern in einem wunderschönen Haus „Atlantis“ aufgewachsen ist. 
Maia gefällt mir als Protagonistin ausgesprochen gut und ich kann ihr Verhalten als älteste Schwester auch absolut nachvollziehen. Während ihre Schwestern alle von zu Hause fortgegangen sind, ist sie bei ihrem Vater Pa Salt geblieben und fürchtet sich nach dem Tod ihres Adoptivvaters nun in gewisser Weise vor dem was ihr nun offen steht, denn sie kann nun überall hin und brauch auf keinen mehr Rücksicht zu nehmen.

Auch die Schwestern gefallen mir sehr und ich kann diese auch nach kürzester Zeit auseinanderhalten, da es Lucinda Riley nach nur wenigen Seiten schon geschafft hat ihnen so viel Persönlichkeit einzuhauchen, das man diese unterscheiden kann. Auch die Namenswahl der Schwestern gefällt mir unglaublich gut und ist absolut passend gewählt, wenn man beispielsweise an die aufbrausende Elektra denkt oder die zurückhaltende Star.
Alle Schwestern haben es nicht nur gemein, dass ihre Namen der Astronomie entsprungen sind, um genau zu sein den Plejaden, sondern sie wurden auch alle von Pa Salt adoptiert.

Um auf die Suche nach ihrer wahren Herkunft zu gehen, hat Pa Salt jeder der Schwestern einen Abschiedsbrief mit Hinweisen hinterlassen. Maias Ausgangspunkt für ihre Reise in die Vergangenheit ist Rio de Janeiro, wo sie sich auf die Suche begibt mehr über ihre Herkunft zu erlangen. In Rio de Janeiro angekommen, lernt sie den Schriftsteller Floriano Quintelas kennen, der ihr bei der Suche hilft. Doch statt auf Hinweise zu ihrer Mutter stößt sie zunächst auf die Vergangenheit ihrer Urgroßmutter Izabela. 

Gekonnt wechselt Riley hier in den Zeiten und lässt uns teilhaben, wie Bel es Ende der 20-iger geschafft hat nach Europa zu gelangen und zu spüren, was Freiheit bedeutet.
"[...]wir Künstler in Paris sind alle einfach nur wir; wir streifen die Vergangenheit ab und leben von Tag zu Tag. Wir definieren uns über unsere Fähigkeiten und nicht über unsere Herkunft.[...]" 
(Laurent, S. 199)
Mehr möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht verraten, denn auf diese Reise müsst ihr euch mit Maia selber begeben. Es lohnt sich, denn neben der ganzen Familiengeheimnisse, die es aufzudecken gilt, wird man auch Zeuge, wie das Wahrzeichen von Rio de Jeneiro, der Monte Cristo geplant und gebaut wurde. 

Zum Glück geht das Rätselraten, um die  Schwestern bereits am 9. November in die zweite Runde. Neben der Entdeckung der jeweiligen Herkunft der Schwestern ist für mich immer noch die spannende Frage offen, wer Pa Salt gewesen ist. Eine Frage, dessen Beantwortung wahrscheinlich erst im späteren Verlauf der Reihe geklärt wird.

Mit Die sieben Schwestern ist Lucinda Riley ein grandioser Reihenauftakt gelungen, der mich durchweg mitgerissen und berührt hat.


1 Kommentar:

  1. Hey Steffi :)
    Das Buch hört sich wirklich gut an! Ich stehe ja total auf so Familiengeheimnisse und Sagen, die eine Familie (gerne auch mehrere Generationen lang) betreffen. Das Setting ist auch mal ungewöhnlich. Normalerweise spielen vieler solcher Bücher in Großbritannien oder Irland :D

    Alles Liebe
    Carly

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