Montag, 15. Februar 2016

|Rezension| Pretty Girls von Karin Slaughter

Harper Collins Verlag | Hardcover | erschienen am 07.12.2015 | 500 Seiten | 18,99 € 
Einzelband | Genre: Thriller

Karin Slaughter, welcher Thriller Leser kennt nicht ihre Bücher. Als ich vor knapp 15 Jahren das Thriller Genre für mich entdeckt habe, zählten ihre Bücher zu meinen absoluten Lieblingen. Seitdem ich nun mit dem Bloggen vor knapp 2,5 Jahren begonnen habe und ich zur Querbeetleserin mutiert bin, nehme ich mir ständig vor ihre Reihen CHRONOLOGISCH zu rereaden, da ich mir nicht sicher bin, ob ich wirklich ALLE ihre Bücher gelesen habe. Und genau da lag bisher mein Problem. Der erneute Start einer Reihe. 

Umso mehr habe ich mich gefreut als ich erfahren habe, dass Karin Slaughter mit Pretty Girls endlich einen Einzelband veröffentlicht, der mich auch thematisch anspricht. Das Wiedersehen war also vorprogrammiert, denn für mich stand direkt fest, dass Pretty Girls mein nächstes Buch von Karin Slaughter sein wird.

Den Einstieg in die Thematik fand ich unglaublich gut gewählt, denn wir starten mit einem Briefauszug eines Vaters an seine verschwundene Tochter, sodass man die Emotionen nicht besser hätte auf den Punkt bringen können. Man spürt einfach die Verzweiflung und innere Zerrissenheit. Wie es ist, wenn der Partner schon „aufgegeben“ hat, aber man selber noch keinen Abschied nehmen kann. Diese „Briefe“ an seine Tochter begleiten uns während des gesamten Buches und man erfährt, wie der Vater die Tage des Verschwindens im Jahre 1991 rekonstruiert und muss leider sehr schnell feststellen, wie „schlampig“ die Ermittlungen einst gelaufen sind.

Der andere Handlungsstrang spielt sich in der Gegenwart ab. Wir lernen Claire und ihren Mann Paul kennen, die in einer Seitenstraße brutal überfallen werden. Paul überlebt diesen Angriff nicht und dies ist im Grunde der Beginn der eigentlichen Story, denn Claire macht nach der Beerdigung ihres Mannes eine grauenvolle Entdeckung auf seinem PC. Eine Entdeckung, die sie an ihrem geliebten Mann zweifeln lässt und sie fühlt sich in die Vergangenheit zurück katapultiert, denn Claire hat das Gefühl das Mädchen, welch in diesen brutalen Snuff-Filmen gezeigt wird, zu kennen. Ein Mädchen, das erst vor kurzem verschwand. Nach und nach wird ihr klar, dass sie im Grunde keinem trauen kann. Ihr kommt es so vor, als würden alle Ermittler unter eine Decke stecken. Der einzigen Personen, die sie vertraut ist Lydia, ihre Schwester zu der sie jedoch schon viele Jahre keinen Kontakt mehr hat.

Wie nun die einzelnen Handlungsstränge miteinander verbunden sind, gilt es nun natürlicher selber herauszufinden. An dieser Stelle kann jedoch gesagt werden, dass es auch für mich die eine oder andere Wendung gab, die mich wirklich positiv überrascht hat. Dennoch gab es aber auch einige Passagen, die zum Teil vorhersehbar gewesen sind und zugleich aber auch in gewisser Weise nicht nachvollziehbar waren. Zudem gab es insbesondere zu Beginn, die ein oder andere Länge, die es zu überwinden galt, sodass das Spannungslevel nicht konstant gehalten werden konnte. 

Auch wenn Snuff-Filme in Thrillern nun keine Seltenheit sind, fand ich gerade diesen Part aber sehr gut dargestellt, denn ich mag es bekanntlich gerne etwas heftiger und diese bildhafte Beschreibung der Gewaltszenen beherrscht Karin Slaughter einfach im Schlaf. Ihr Schreibstil ist einfach schonungslos brutal, wenn erforderlich. Von daher kann ich an dieser Stelle auch nur den Tipp geben, sollte man zu den zart besaiteten Thriller Lesern gehören, so sollte Pretty Girls definitiv nicht die erste Wahl sein.

Als kleines Manko habe ich hier leider das Ende empfunden, denn es war mir einfach zu „blockbusterartig“. In meinen Ohren hörte ich schon die Special Effects und es war mir einfach zu viel des Guten, obgleich es zur Story in gewisser Weise gepasst hat, denn es war halt typisch amerikanisch.

Vielen Dank an Harper Collins Verlag und Literaturtest
für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

Kommentare:

  1. Ich bin ja auch ein großer Thrillerfan, aber von Karin Slaughter habe ich bisher noch gar nichts gelesen. Meine Mum dafür schon, die mag sie ganz gerne, ich habe mich einfach noch nicht an sie heran getraut. Die Bücher sind ja doch etwas dicker und da habe ich einfach immer etwas Angst vor Längen. Dann verliere ich nämlich schnell die Lust am Lesen. Aber finde trotz allem hört sich die Storyline wirklich interessant an. Vor allem die Briefe finde ich ein interessantes und gut gewähltes Element.

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  2. Meine Mum ist ein großer Fan von Karin Slaughter, aber ich selbst habe glaube ich erst ein einziges Buch von ihr gelesen. Danke für die Warnung von wegen brutal und bildhafte Beschreibungen. Ich habe auch irgendwie im Hinterkopf, dass ich das schon öfters im Zusammenhang mit ihren Büchern gehört habe. Davon nehme ich dann lieber Abstand. Aber ich werde das Buch wohl meiner Mum mal weiterempfehlen oder vielleicht nehme ich es ihr bei meinem nächsten Besuch in der Buchhandlung auch einfach als Geschenk mit. Es hört sich zumindest nach etwas an, das ihr gefallen könnte. Die Story klingt ja eigentlich ganz spannend, trotz den von dir beschriebenen Schwächen. Und für mich selbst suche ich dann besser weiter nach Thrillern, die etwas "harmloser" sind.
    Liebe Grüße, Jen

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  3. Ich liebe Karin Slaugter.
    Pretty Girls ist mein CR.
    Mein Absoluter Liebling von ihr ist Belladonna.
    Liebe Grüße

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