Freitag, 11. März 2016

|Rezension| Killgame von Andreas Winkelmann


Wunderlich Verlag | Taschenbuch | erschienen am 11.03.2016 | 432 Seiten | 14,99 € 
Einzelband | Genre: Thriller

Seit „Blinder Instinkt“ zählt Andreas Winkelmann für mich zu den besten Thrillerautoren, die Deutschland zu bieten hat. Von daher stand bei Durchsicht der Neuerscheinungen für mich direkt fest, dass Killgame gelesen werden muss.

Leider hatte ich gerade zu Beginn mit Killgame leichte Startschwierigkeiten, die sich dann auch bis knapp zur Hälfte des Buches gezogen haben. In der ersten Hälfte des Buches bekommen wir die einzelnen Protagonisten vorgestellt, indem Winkelmann wie gewohnt mit verschiedenen Erzählsträngen arbeitet, die sich am Ende jedoch alle vereinen.

Wir lernen den 36-Jährigen Dries Torwellen kennen, dessen Job es ist, Menschen zu finden, die nicht gefunden werden wollen. Seine Methoden dabei sind sehr speziell und eher weniger legal. Somit stellt er den perfekten Ermittler dar seine 18-Jährige Nichte Nia, die Tochter seiner verstorbenen Zwillingsschwester, zu suchen, die scheinbar nicht nur von ihrem dem Alkohol nicht abgeneigten Vater entkommen will, sondern sie auch vom Fernweh getrieben wird. 
Manchmal war es am besten, Menschen aus dem Leben zu streichen, sie zu entfernen, die Erinnerungen zu löschen. (S. 123)
Torwellen hat auch nach dem Tod seiner Zwillingsschwester Jessi eine sehr starke emotionale Bindung zu ihr. Leider bleibt es bei dieser „normalen“ Verbundenheit nicht, denn die Rede ist hier vom Zwillingskult der Yoruba, der mir leider, wenn auch passend zur Story, zu viel Raum eingenommen hat. Bei „Hokuspokus“ schaltet mein Kopf einfach ab und ich kann dem Ganzen einfach nichts abgewinnen, sodass sich die einzelnen Passagen darüber für mich sehr gezogen haben und leider auch nicht zur Spannung beigetragen haben.

Positiv fand ich hier, dass wir hier nun keine langwierigen und im Grunde zweigleisigen Ermittlungen seitens der Kriminalkommissarin Anna Sartorius miterleben mussten. Die Polizei ist zwar involviert, spielt allerdings nur eine untergeordnete Rolle, sodass der Fokus im Grunde auf die Geschehnisse um Nia und der Suche von Torwellen liegt.
Die Bearwood Lodge war ein Paradies für Jäger. Und wie in jedem Paradies gab es auch hier die Sünde. (S. 155)
Ab der Hälfte des Buches steigt jedoch das Spannungslevel von gefühlten 10% auf 100%. Wir befinden uns in den tiefen Wäldern Kanadas und im Grunde beginnt für mich hier die eigentliche Story. Ein perfektes Setting für einen Thriller, ein perfekter Ort für eine Jagd der besonderen Art. An dieser Stelle möchte ich nun auch gar nichts vorweg nehmen, aber eins steht fest. Mit der Ankunft in Kanada konnte ich Killgame nicht mehr aus der Hand legen und habe bis tief in die Nacht gelesen, denn ich musste einfach wissen, wie das Buch endet. Es ist schon erstaunlich auf was für Ideen Menschen kommen, um neue Inspirationen zu erlangen. 
Auffrischung des kreativen Akkus, den Horizont verschieben, Angstgrenzen sprengen. (S. 170)
Zugegeben wenn man den Klappentext liest in Verbindung mit „Lauf! Spiel! Stirb!“, dann hat man schon eine gewisse Vorstellung, welche Richtung dieses Buch einschlagen wird. Im Grunde ist das ganze „Spiel“ somit nichts Neues in der Thrillerwelt, dennoch hat es Andreas Winkelmann geschafft mich durch die tiefen Wälder Kanadas zu treiben. Ich war Jäger und Gejagter zugleich. Der schonungslose Schreibstil von Andreas Winkelmann bringt es mal wieder auf den Punkt. Nervenkitzel pur!

Trotz des schwächeren Einstiegs ein wirklich gelungener Thriller, der einem Einblicke in die Abgründe der Menschheit zeigt. Für Zartbesaitete ist Killgame eher weniger geeignet. Für Thrillerfans ein absolutes Muss.

Vielen Dank an den Wunderlich Verlag
für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

Kommentare:

  1. Huhu Steffi!
    Danke für die tolle Rezi! Das Buch ist gerade auch bei mir eingezogen und ich freue mich schon drauf! Lagen die Startschwierigkeiten für dich an der mangelnden Spannung, oder an etwas anderem?
    Liebe Grüße, Petra von Papier und Tintenwelten

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  2. Hey Steffi :)
    Wow, ich finde deine Rezension hört sich wirklich genial an und ich bekomme gleich Lust auf das Buch. Ich habe bereits "Deathbook" von Andreas Winkelmann gelesen und war von diesem schon total begeistert :D ... Jetzt bekomme ich wirklich Lust auf mehr ;)

    LG
    Nadine ღ

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